Wahlprogramm

NIMM DIR ZEIT FÜR UNSERE ZUKUNFT – GRÜNES WAHLPROGRAMM 2020

Liebe Mitbürger*innen!
Immer wieder hört man, dass Stadtratswahlen Persönlichkeitswahlen seien und es bei der Auswahl der Kandidat*innen nicht auf deren Sympathie für eine bestimmte politische Gruppierung ankomme.
Unserer Meinung nach sagt die Kandidatur für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aber viel über den Wertekanon unserer Bewerber*innen aus. Im Zentrum grüner Politik steht nämlich immer die ökologische und damit letztlich auch ökonomische Verantwortung für zukünftige Generationen und damit Generationengerechtigkeit. In Zeiten von Insektensterben und Klimawandel ist ein Umdenken in der Kommunalpolitik erforderlich.

Transparenz bei Entscheidungen schaffen

Gemeinschaftsengagement stärken

Demokratie kann vor Ort nur durch die Einbettung gemeinschaftlichen Engagements aller Einwohner*innen gelebt werden. Wir GRÜNE werden uns dafür einsetzen, dass am Anfang von Planungen der Wille der Bürger*innen stärker zur Geltung kommt, ihre Meinung also konsequenter eingeholt wird und Grundsatzentscheidungen nach öffentlicher Debatte getroffen werden. Basis hierfür müssen vernünftige Diskussionen in Abwägung aller Vor- und Nachteile sein. Die vom aktuellen Bürgermeister immer wieder eingeforderten und mit einseitigen Informationen unterlegten Eilentscheidungen im Hauruckverfahren halten wir für bedenklich.

Mehr Öffentlichkeit

Wir GRÜNE stehen für eine an Inhalten orientierte Streitkultur, bei der die Ideen aus anderen Fraktionen nicht von vornherein abgelehnt, aber auf ihre Folgen für zukünftige Generationen hin überprüft werden. Wir GRÜNE werden uns auch in Zukunft für die Beibehaltung der Bürger*innensprechzeit vor jeder Stadtratssitzung einsetzen und darauf einwirken, die Zahl der in nichtöffentlicher Sitzung zu behandelndem Punkte auf das gesetzlich notwendige Maß zu beschränken. Wir GRÜNE sehen es auch in Zukunft als unsere Aufgabe, Ideen von Bürger*innen in den Stadtrat zu tragen, wenn diese Vorschläge unserem auf Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit basierendem Wertesystem entsprechen.

Klima und Natur durch Nachhaltigkeit schützen

Als Kommune Klimawandel bekämpfen

Der Klimawandel ist zurecht und nicht zuletzt wegen der Jugendbewegung „fridays for future“ zu einem beherrschenden Thema geworden. Wir GRÜNE haben zwar schon Jahrzehnte vor den Folgen des Raubbaus an der Natur gewarnt, aber die anderen Parteien und Wahlgruppierungen haben den Ernst der Lage bis heute nicht richtig begriffen. Wir sind der Meinung, dass auch Klingenberg mit gutem Beispiel vorangehen muss, um uns alle, aber vor allem zukünftige Generationen vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels zu bewahren.

Regenerative Energien stärker fördern

Unsere Stadtwerke bieten die Möglichkeit, die Produktion regenerativer Energie in der Verantwortung der Stadt Klingenberg auszubauen bzw. nachhaltige Energieversorgungskonzepte für einzelne Stadtquartiere z. B. durch Nahwärmenetze zu verwirklichen. Dadurch können die Bürger*innen an der Wertschöpfung vor Ort gerecht beteiligt werden. Natürlich muss die Kommune auch Maßnahmen ergreifen, um aktiv Energie zu sparen. Wärmedämmung an beziehungsweise in Gebäuden der Stadt gehört ebenso dazu wie ein verbessertes Lichtmanagement.

Jeder Baum zählt

Mit unserem vorbildlich gehegten Stadtwald leisten wird im Bereich der CO2-Einsparung schon einen wertvollen Beitrag. Den gilt es auch für die Zukunft aufrechtzuerhalten, z.B. durch Maßnahmen gegen bestandsgefährdenden Wildverbiss, aber auch die Investition in die Neuanpflanzung von Baumarten, die stärker an Hitze- und Trockenheit angepasst sind. Gemäß dem Motto „Jeder Baum zählt“ müssen Bäume aber auch im Stadtgebiet – insbesondere in den Friedhofsbereichen und auf öffentlichen Flächen erhalten, ersetzt und neu gepflanzt werden.

Naturraum und Ackerflächen schützen

Brach- und Wiesenareale in Kommunalbesitz sollen noch konsequenter zu Blühwiesen und Bienenweiden umgestaltet werden. Umweltgefährdende Altlasten müssen unter Ausschöpfung diverser Zuschussmöglichkeiten mittelfristig beseitigt und nicht durch eine Politik des Wegschauens zur Belastung zukünftiger Generationen werden. Dem Flächenfraß der Kommune muss Einhalt geboten werden, ohne dabei die Bedürfnisse der Bevölkerung zu vernachlässigen. Folgende Grundsätze müssen dabei berücksichtigt werden: Eine moderate Binnenverdichtung muss vor Außenzergliederung, der Erhalt von Altbauten bei ähnlichem Kostenaufwand vor der Verwirklichung von Neubauten gestellt werden. Der Verlust von Ackerboden und Naturraum muss durch den Verzicht auf unrentable Gewerbegebiete in der Peripherie eingedämmt werden. Ausschreibungen bei Anschaffungen und Bauvorhaben müssen stärker als bisher die Nachhaltigkeit der eingesetzten Materialien hinsichtlich Produktion, Transport, Lebensdauer und Entsorgung im Auge haben.

Umweltbewusstsein schärfen

In seiner reizvollen Lage sollten die Potentiale Klingenbergs für sanften Tourismus stärker ausgeschöpft werden. Der naturschonende Ausbau weiterer Naturerlebnisrouten und Kulturpfade muss deswegen vorangetrieben werden. Den Bürger*innen soll mit Umweltsprechstunden und Schulbesuchen durch ehrenamtliche Umweltbeauftragte der Sinn des Umweltschutzes, aber auch konkrete Ratschläge zu dem Themengebiet nahegebracht werden.

Zukunftsfähige Stadt entwickeln

Stadt lebenswert gestalten – Bürger*innenbeteiligung und Ortskernentwicklung

„Grün und gern für Klingenberg“! Wir wollen gemeinsam eine Stadt bewahren und entwickeln, in der wir Einwohner*innen uns zuhause fühlen, die uns passenden Wohnraum, aber auch Naturraum bietet, die uns Freude macht, weil wir für alle Bevölkerungsgruppen, alle Generationen Möglichkeiten der Begegnung haben. Ein Weg dazu ist, dass Einwohner*innen umfassend daran beteiligt werden – der erste Schritt zu bedarfsgerechtem Planen und Entwickeln. Wir GRÜNE werden uns für eine gemeinschaftsfördernde Architektur einsetzen, die zukunftstauglich die städtische Entwicklung begünstigt.
Dazu muss sie nachhaltig sein und zwar sozial nachhaltig, ökonomisch nachhaltig und ökologisch nachhaltig.
Der Beteiligungsspielraum für die Bürger*innen muss ausgebaut werden: Neben Sprechstunden braucht es gute Information und Möglichkeiten der Kommunikation der Bürger*innen, so dass sie aktiv mitwirken und ihr lokales Wissen einbinden können.
Wünschenswert ist mehr informelle Bürger*innenbeteiligung z. B. bei Fragen wie: Welche Infrastruktur wird gewünscht? Was sollte ein neues Wohnbauquartier bieten? Soll eine Ansiedlung eines Supermarktes in der Stadt oder lieber kleinere Lebensmittelmärkte in den drei Stadtteilen erfolgen? Wie kann die Aufenthaltsqualität von öffentlichen Plätzen oder Grünanlagen gesteigert werden?
Durch diese Form der Teilhabe ergibt sich eine gute Identifikation mit dem Wohn- und Arbeitsort Klingenberg als Lebensmittelpunkt. Eine nachhaltige Belebung der Ortskerne und eine zukunftsgerichtete Innenentwicklung wird durch Förderinitiativen wie z.B. „Innen statt Außen“ unterstützt. Wir als GRÜNE wollen uns dafür stark machen, dass die Stadtverwaltung diese Möglichkeiten der finanziellen Förderung von Land und Bund umgehend und engagiert in Angriff nimmt und weitgehend umsetzt.

Für eine gute Identifikation mit dem eigenen Wohnort

Bürger*innennähe muss auch die Bedeutung umfassender Beteiligung von ortsansässigen Unternehmen und ihrer Beschäftigten beinhalten. Uns GRÜNEN ist es wichtig, die ortsansässigen Firmen in alle Planungen einzubeziehen und innerstädtische Vorhaben mit kommunalen Kräften auszuführen. Durch eine attraktive Stadtgestaltung, die auch zukünftige demographische Entwicklungen in den Blick nimmt, sollen neue Mitbewohner*innen gewonnen oder junge Menschen zur Rückkehr in ihren Heimatort Klingenberg bewogen werden. So können auch die Zuversicht in das Entwicklungspotential der Stadt wachsen und die Bürger*innen dazu ermutigt werden , in diesen Lebensraum auch ökonomisch zu investieren. Das ist aber gleichzeitig eine klare Absage an Investor*innen mit ausschließlicher Gewinnorientierung ohne Interesse an einem nachhaltigen Erhalt der Lebensqualität in Klingenberg.

Stadt lebenswert gestalten – Begegnungsräume

Das ist auch unsere Chance, vor Ort gesellschaftliche Herausforderungen anzunehmen und Lösungen zu finden. Zahlreiche Einwohner*innen tragen auf vielfältige Weise dazu bei: Menschen, die ungezählte soziale Dienste leisten, solche, die durch teils langjährige ehrenamtliche Mitarbeit unsere Vereine lebendig erhalten, die vielen, für die nachbarschaftliche Hilfe eine Selbstverständlichkeit ist und diejenigen. die unsere einzigartige Wald-, Obst- und Weinkulturlandschaft pflegen. Diese Anstrengungen müssen tatkräftig unterstützt werden.
Bestehende Begegnungsräume (z.B. Jahnplatz, Marktplatz und der Pavillon an der Mariengasse) müssen nutzbar und attraktiv gemacht werden, aber es braucht auch neue und andere Begegnungsstätten für alle Lebensalter. Wenn viele im Alltagsgeschehen Gelegenheiten haben sich zu begegnen, ist eine Stadt lebendig und lebenswert beziehungsweise wird attraktiv auch für neue Einwohner*innen.
Dies bietet zum Beispiel ein „Bürgerladen“. Er kann weit mehr sein, als die Möglichkeit Lebensmittel – am liebsten regional und fair gehandelt – zu kaufen, er kann auch als Treffpunkt dienen, um Angebote der Beratung, der Begegnung und der Unterhaltung wahrzunehmen. Ideen wie Repaircafé, Tauschbörse, Organisation von Nachbarschaftshilfe, ob es um Computerprobleme oder Kinderbetreuung geht, Spielrunden oder Gesprächstreff gibt es viele, die einen Bürger*innentreff mit Leben füllen könnten.
Wir GRÜNE wollen uns dafür einsetzen, dass seitens der Kommune Starthilfe gegeben wird, Mittel und Möglichkeiten der Stadt sollen ausgeschöpft werden, um z.B. Bürger*inneninitiativen dabei wesentlich zu unterstützen.

Stadt lebenswert gestalten – Wohnraum und Naturraum greifen ineinander

Wir haben die Aufgabe Wohnraumentwicklung und Freiflächengestaltung gut zu verbinden. Wohnqualität entsteht nicht nur mit dem Gebäude selbst, sondern auch aus der Natur, die es umgibt. Verdichtung muss gedacht werden als Ineinandergreifen von Raum für Wohnen und Arbeiten, für Freizeit und Kultur, wie es Generationen vor uns es in Klingenberg auch praktiziert haben.
In diesem Sinne stellen wir GRÜNE große Ansprüche an unsere Stadtentwicklung, die uns fit für Zukünftiges machen soll. Gegen den prognostizierten Rückgang der Einwohner*innen Klingenbergs hilft nur, die Stadt für alle Generationen zu weiterzuentwickeln.
Noch einmal, weil es uns GRÜNEN so wichtig ist: Stadt braucht Wohnraum, in dem Bestehendes erhalten, gegebenenfalls umgewandelt und Neues gebaut werden muss, aber immer behutsam, denn unzerschnittene Freiflächen sind besonders schützenswerte Ressourcen.

Stadt lebenswert gestalten – unterwegs sein

Grundlegend für Stadtentwicklung ist ein gut durchdachtes Verkehrskonzept für alle Verkehrsteilnehmer*innen, ob zu Fuß, mit Rollator, Rad oder Auto. Das eigentliche Potential für innerstädtische Mobilität, nämlich der Radverkehr, muss durch ein alltagstaugliches Netzt von Radwegen und Radfahrstreifen nutzbar gemacht werden. Eine gute Infrastruktur von Verkehrsangeboten ermöglicht angenehme Arbeits- und Einkaufsversorgungswege, hilfreiche Konzepte sind z.B. Mitfahrbänke, Elektro-Ladestationen für Rad und Auto, behinderten- und altersgerechtes Absenken von Bordsteinen, mehr Fußgängerüberwege an Hauptverkehrsstraßen, Verbreiterungen von Gehwegen, Sponsoring einer Stadtbuslinie und eine optimierte Taktung des Bus- und Zugverkehrs.

Soziales Miteinander fördern

Zusammenhalt stärken

Wir Grüne in Klingenberg stehen für eine offene, tolerante und facettenreiche Gesellschaft. Wir setzen uns für ein respektvolles und mitfühlendes Miteinander ein und machen uns für Schwächere stark. Deswegen ist ein wichtiges Ziel für uns GRÜNE, den Zusammenhalt der Bürger*innen zu stärken, indem wir neben einer gerechten Modifizierung der bestehenden Unterstützung stadtteil- und vereinsübergreifende Fördermaßnahmen durchsetzen. Deshalb möchten wir unter anderem in ganz Klingenberg gemeinsame Aktivitäten für Senior*innen auf den Weg bringen und zugleich Jung und Alt zusammen für gemeinsame soziale Projekte gewinnen.

In Familien, Jugendliche und Kinder investieren

Wir GRÜNE sehen die Zukunft Klingenbergs besonders in unseren Familien, Kindern und Jugendlichen. Aus diesem Grund möchten wir in diese investieren, indem Spiel- und Sportplätze attraktiver ausgebaut und zu familienfreundlicheren Aufenthaltsorten umgestaltet werden. Unsere Familien- und Jugendarbeit muss an den Interessen der Kinder und jungen Menschen anknüpfen und vor allem von diesen mitbestimmt werden, um sie zu sozialem Engagement und aktivem Einmischen anzuregen. Um diese Entwicklung voranzutreiben, müssen Angebote der offenen Jugendarbeit städtisch gefördert werden.
Abgesehen von den bei uns bestehenden Möglichkeiten Jugendlicher, sich zum Beispiel in einem Verein zu engagieren, gibt es viel zu wenig Angebote für jene, welche sich gerne anderweitig einbringen möchten oder alternativen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung suchen. Hier muss die Stadt Klingenberg Räumlichkeiten in Form eines Jugendtreffs bereitstellen. Dieses sollte sich in kommunaler Trägerschaft befinden und eine offene Anlaufstelle für alle jungen Bürger*innen sein, in welcher ein zwangloses und freundliches Miteinander herrscht. Einem Projekt „Jugendtreff“ vorangehen sollte unbedingt, unsere Jugendlichen an der Umsetzung und Ausgestaltung zu beteiligen.

Willkommenskultur leben

Wir GRÜNE setzen uns für ein politisches Klima der Willkommenskultur ein, in dem Neubürger*innen jeder Herkunft herzlich empfangen und in unserer Gemeinschaft aufgenommen werden.

Wenn Sie diese Veränderung mitgestalten wollen, dann wählen Sie möglichst viele Menschen mit grüner Überzeugung in den Klingenberger Stadtrat.

Deshalb am 15. März: Alle 20 Stimmen für Wahlvorschlag 2!

Gemeinsam! Jetzt! Für morgen!

Flyer mit Wahlprogramm-Kurzfassung und Kanditat*innen

Klingenberg_Grünes_Programm